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HEC GmbH Thorsten Haase
Foto: HEC

Dr. Thorsten Haase

Geschäftsführer der HEC GmbH
24.02.2014

Guten Tag, stellen Sie sich bitte kurz vor.

Mein Name ist Thorsten Haase. Nach meinem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Bremen mit anschließender Promotion, war ich bis 1994 für Siemens und Siemens Nixdorf im IT Bereich, unter anderem als Vertriebsleiter, tätig. Seitdem bin ich bei der Hanseatischen Software-, Entwicklungs- und Consulting GmbH, kurz HEC, und dort Geschäftsführer.

Wer oder was hat Sie am meisten geprägt?

Ohne Zweifel hat mich mein Elternhaus am nachhaltigsten geprägt. Werte wie Vertrauen in sich und andere, Verlässlichkeit und das Bewusstsein, an Aufgaben zu wachsen, bekommt niemand in die Wiege gelegt. Diese besonders in jungen Jahren vermittelt und vorgelebt zu bekommen, war enorm wertvoll.

Was treibt Sie an?

Auch wenn es sich vielleicht ein wenig nach Wahlkampfaussage anhört, aber mich treibt hauptsächlich die tägliche Chance zur Gestaltung an. Neugier und die Interaktion mit anderen Menschen machen mir Spaß. Auch Misserfolge betrachte ich mit positivem Interesse, denn aus nichts kann man besser lernen, als aus Fehlern.

Was macht Sie glücklich?

Für mich findet sich Glück oft in kleinen Dingen des Alltags. Dabei reicht es mir oft schon aus, wenn ich ein ehrliches Lächeln im Gesicht meines Gegenübers sehe.

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Was ist Ihnen wichtig? Was lässt Sie nachts nicht schlafen?

Im Beruf: Lösungsorientierung. Zum Glück nehme ich selten Probleme mit nach Hause. Mich ärgert aber wenig konstruktives Verhalten – wenn das Weiterkommen nicht in der eigenen Hand liegt oder durch fehlendes Verantwortungsbewusstsein verhindert wird.

Warum sind Sie eine Führungskraft?

Meiner Meinung nach lässt sich diese Frage nur schlecht umfassend beantworten. Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, den Mitarbeitern und Geschäftspartnern Vertrauen zu schenken, verlässlich zu handeln, Ideen zu entwickeln und zu fördern und ein positives Umfeld für die Mitarbeiter zu schaffen. Genau darin sehe ich meine Rolle.

Wie haben Sie Mitarbeiterführung gelernt?

Führung bedeutet für mich auch, Emotionalität in Sachverhalte einzubringen, denn erlernte Mechanismen alleine reichen nicht. Auch hier habe ich vieles meinem Elternhaus, aber auch meinem ersten Chef zu verdanken. Von ihm habe ich mir besonders im Umgang mit den Mitarbeitern einiges abgeschaut. Und natürlich ist Praxis unabdingbar, denn nur im direkten Kontakt kann sich das Gespür zum Gegenüber entwickeln.

Wie viele Mitarbeiter führen Sie derzeit?

Aktuell sind 100 Mitarbeiter bei der HEC tätig, die weitgehend in kundenbezogenen Projektteams arbeiten. Zudem beschäftigen wir im Unternehmensverbund mit team neusta derzeit über 500 Mitarbeiter.

Macht es einen Unterschied viele oder wenige Mitarbeiter zu führen?

Im Prinzip sind die Mechanismen die gleichen. Bei einer Vielzahl von Angestellten braucht man in jedem Fall Mitarbeiter, die bereit sind, ihr Wissen zu teilen und weiterzugeben, damit alle davon profitieren. Bekommt man in einem kleinen Team meist viel von seinen Mitarbeitern mit, ist dies in großen Unternehmen eher schwierig. Starre Hierarchien erschweren m.E. die individuelle Mitarbeiterentwicklung und die Nutzung von Potenzialen der Teams zusätzlich. Bereits vor einiger Zeit haben wir deswegen über eine weitgehend projektbezogene Organisation auch ganz flache Hierarchien eingeführt, die zu einem Mehr an Identifikation unserer Mitarbeiter mit der HEC und zu mehr Freude an dem eigenen Wirken führten. Durch Dezentralisierung und Übertragung der Verantwortung auf jeden Einzelnen schaffe ich einen Mehrwert.

Was braucht es, um die Person zu sein, der andere freiwillig und begeistert folgen?

Wichtig ist es in diesem Zusammenhang, Ideen zu haben und Ziele zu definieren, diese transparent zu kommunizieren und vor allem dafür einzustehen. Zusätzlich hilft auf diesem Weg die Einbindung möglichst vieler Personen, um solche Ideen anzureichern. Außerdem ist es wichtig, immer Ansprechpartner bei Fragen und Anliegen seiner Mitarbeiter zu sein.

Vertrauen hat einen hohen Stellenwert in der Mitarbeiterführung. Wie zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass sie Ihnen vertrauen können?

Zuversicht bedeutet mir sehr viel. Jeder meiner Mitarbeiter genießt mein Vertrauen, Verantwortung für seine Aufgaben zu übernehmen und soll dabei bestmögliche Unterstützung erhalten. Schließlich geschehen jedem auch mal Fehler und in diesen Momenten gilt es, gemeinsam schnell gute Lösungen zu finden und daraus zu lernen, um besser zu werden. Meine Devise lautet: Probleme lösen statt Schuldige suchen.

Ein Mitarbeiter kommt zu Ihnen und beschwert sich über seinen ergonomisch unbequemen Stuhl. Sie haben aber erst vor ein paar Monaten alle Stühle austauschen lassen. Was machen Sie?

Solche Szenen gibt es natürlich wirklich. Ich höre mir dann an, worin genau das Problem besteht und suche nach einer individuellen oder sogar grundsätzlichen Lösung. In diesem Fall liegt diese wahrscheinlich in der Bestellung eines neuen Stuhls. Diesen auszuprobieren und für sich zu bewerten überlasse ich dem Mitarbeiter. Wenn sich herausstellt, dass das neue Modell tatsächlich besser für ihn ist, sind die Kosten nebensächlich und sein Wohlbefinden steht im Vordergrund. Die Gleichbehandlung aller sollte dabei allerdings sichergestellt bleiben.

Wie fördern Sie Ihre Mitarbeiter? Wie wichtig ist Weiterbildung?

Weiterbildung ist unerlässlich. Dabei sind mir drei Punkte wichtig: Zum einen ist dies learning by doing während des Projekts. Danach folgt die fachliche Weiterbildung, die übergreifend im Unternehmensverbund im team neusta erfolgt. Hierzu laden wir zudem auch in regelmäßigen Abständen Trainer ein, die unsere Mitarbeiter in Schwerpunktthemen schulen. Als dritten wichtigen Punkt gibt es die überfachliche Weiterbildung – und das ebenfalls im Unternehmensverbund. Hier geht es um ganzheitliche Ansätze, etwa zur Vermeidung von Stress und Burnout. Meist gelingt dies am besten über Coachings. Insgesamt finde ich, dass der Ausdruck der Weiterentwicklung besser passt. Insbesondere bei jungen Menschen macht es Spaß, zuzusehen, wie sie sich entwickeln. Gerne bin ich hier Vorbild und Mentor zugleich.

Wie wichtig ist es als Führungskraft eine eigene Vision zu entwickeln? Wie bringen Sie die Mitarbeiter dazu, Ihnen oder der Vision des Unternehmens zu folgen?

Ich möchte es nicht Vision, sondern eher Idee nennen. Dabei sollten Ideen natürlich realisierbar sein, denn nur so lassen sie sich auch in die Geschäftswirklichkeit einbringen. Sicherlich sind auch Transparenz sowie gelebte Überzeugungen wesentlich. Wenn man zudem den Mitarbeitern die Freiräume dafür einräumt, um eigene Ideen vorzudenken und deren Umsetzung mit voranzutreiben, überzeugt man auch.

Haben Sie ein Beispiel wo Sie es als Führungskraft mal so richtig vermasselt haben? Wie sind Sie damit umgegangen?

Es gibt einen Fall, der schon ein paar Jahre zurück liegt. Damals war ich bei einer Teambesetzung nicht konsequent genug, da ich einfach nicht wahrhaben wollte, dass etwas in die falsche Richtung läuft. Ich hätte mehr auf mein Bauchgefühl hören sollen. Dieses Gespür nicht zu unterschätzen, ist auch die Quintessenz, die ich daraus gezogen habe.

Was geben Sie zukünftigen Führungskräften mit auf den Weg?

Wie bereits genannt, ist es immer wichtig, Leute zu begeistern und wenn möglich, auch in Entscheidungen einzubinden. Begeisterung für die Sache darf nie nachlassen. Dabei ist Authentizität ganz wichtig. Und auch für Führungskräfte gilt: Man darf Fehler machen, nur muss man diese zugeben können und daraus auch lernen.

Ihr Zitat zum Thema "Leadership":

Tue Recht und scheue niemand.





Dr. Thorsten Haase

Interview: Manager im Dialog
24.02.2014

In welcher Stadt würden Sie gerne einmal leben und arbeiten?

New York interessiert mich von jeher, und nach wie vor geht für mich von dieser Stadt, in die ich immer wieder gerne eintauche, eine besondere Faszination aus.

Auf welches Event freuen Sie sich?

Ich bin gerne unter Menschen und so freue ich mich immer auf große oder auch kleine Feiern mit der Familie, Freunden oder auch Mitarbeitern.

Welches neue Produkt hat Sie in den letzten Jahren begeistert?

Seit einiger Zeit begeistern mich 3D-Drucker.





Dr. Thorsten Haase

Interview: Kurz gefasst
24.02.2014

Business oder casual?

Casual.

Stadt oder Land?

Stadt.

Brot oder Müsli?

Brot.

Sushi oder Pasta?

Pasta.

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Uni oder gemustert?

Uni.

Golf oder Fußball?

Fußball.

Oper oder Kino?

Kino.


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